Fotografische Projekte

«La vie en Plastique» – Silvia Feusi Bopp

In ihrer fotografischen Arbeit «La vie en Plastique» setzt sich die Baarer Fotografin und Künstlerin Silvia Feusi Bopp mit dem allgegenwärtigen Material Plastik und der zunehmenden Vermüllung unserer Umwelt auseinander. Über mehrere Jahre beschäftigte sie sich intensiv mit den ökologischen Folgen unseres Umgangs mit Ressourcen und mit der Frage, wie sich die Natur durch menschliches Handeln verändert. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist dabei nicht nur die konkrete Problematik des Plastiks, sondern ein grundsätzliches Unbehagen gegenüber dem verschwenderischen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen.

Für die fotografische Inszenierung stellte Feusi Bopp 17 Menschen vor die Kamera. Sie mussten ihre jeweilige Tätigkeit oder ihr Hobby ausüben – allerdings unter erschwerten Bedingungen, denn Plastik behinderte ihre Bewegungen und ihren Alltag. Dadurch entstehen ungewöhnliche, teilweise humorvolle Bilder, die das Problem auf eine unmittelbar verständliche Weise sichtbar machen. Plastik wird dabei zum Symbol für viele weitere Materialien und menschliche Eingriffe, die mit der Natur schlecht vereinbar sind und deren Folgen gravierend sein können.

Trotz des ernsten Themas ist die Serie nicht ausschliesslich düster oder anklagend. Während der Fotoshootings wurde viel gelacht, und diese spielerische Komponente prägt auch die Wirkung der entstandenen Bilder. Gerade die Verbindung von Humor, Inszenierung und gesellschaftskritischer Aussage macht die Arbeit zugänglich: Sie regt zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit Umwelt und Konsum an, ohne den Betrachter ausschliesslich mit Schuld und Verzicht zu konfrontieren.

«La vie en Plastique» verbindet damit fotografische Kreativität mit ökologischer Reflexion und zeigt, wie Kunst ein komplexes Umweltproblem emotional und anschaulich vermitteln kann.

Ranke der Platterbse  –  Jürg Masüger

Die zarten Ranken der Platterbse sind faszinierende Motive für die Makrofotografie. Auf den ersten Blick wirken sie unscheinbar, doch aus nächster Nähe offenbart sich eine erstaunliche Formenvielfalt. Die dünnen, fadenförmigen Gebilde winden sich elegant durch die Luft, bilden kleine Spiralen und suchen Halt an benachbarten Pflanzen. Ihre geschwungenen Linien verleihen dem Motiv eine besondere Dynamik.
 
Mit einem Makroobjektiv lassen sich selbst feinste Details sichtbar machen. Die Oberflächenstruktur sowie die 
unterschiedlichen Grüntöne treten deutlich hervor. Besonders reizvoll sind die spiralartigen Verformungen. Dabei
entstehen natürliche und grafisch wirkende Kompositionen. So wird aus einer unscheinbaren Kletterpflanze ein kleines Kunstwerk der Natur, in dem sich Eleganz und eine erstaunliche Vielfalt pflanzlicher Formen zeigen.
 
Für die Aufnahme hat der Fotograf folgendes benötigt:
– eine schön geformte Ranke, von der Pflanze abgetrennt
– grosse Kartonschachtel, die innen mit schwarzem Papier ausgekleidet ist
– Stativ
– Makroarm mit Klemme
 
Den Karton stellte Jürg Masüger auf einen Tisch, das Stativ davor mit dem Makroarm. Die Ranke positionierte er so, dass der
Abstand zum schwarzen Hintergrundpapier genügend gross ist, so dass ein strukturloser, schwarzer Hintergrund entsteht. Für eine möglichst grosse Schärfentiefe (ohne Fokusstacking) sorgt Blende f9 bis f12.

Meer Bäume – Ralf Turtschi

Der Wädenswiler Fotograf und Buchautor sieht eine Welt aus Oberflächen, Farben und Strukturen. Oft ist im Kleinen Grossartiges verborgen – so hat der Autor in der Bretagne Wasserläufe des Meeres als Baumstrukturen entdeckt und festgehalten. Wenn die Flut vom Mond getrieben das Wasser an den Stränden abfliessen lässt, entstehen ähnliche Muster, die auch bei natürlichen Wasserläufen aus der Luft zu beobachten sind. Sie erinnern an fragile Bäume, die in den Sand gezeichnet werden. Es sind vergängliche Schönheiten, die schon bei der nächsten Flut überspült und bei Ebbe immer wieder neu geschaffen werden.

 

Kontakt

Ralf Turtschi
Oberdorfstrasse 32
8820 Wädenswil
Telefon +41 79 279 12 86,
turtschi@agenturtschi.ch